
Aus dem richtigen Blickwinkel wirkt Mdina auf Malta weniger wie eine Stadt als wie eine einzige honigfarbene Mauer, die sich mitten aus der Insel erhebt. Hinter den Stadtmauern verstummt der Lärm: Weniger als 300 Menschen leben innerhalb der Befestigungsanlagen, und Autos bleiben fast vollständig draußen. Von der Antike bis zur Ankunft des Johanniterordens im Jahr 1530 war Mdina Maltas Hauptstadt – lange bevor Valletta entstand. Wer heute durch das Stadttor geht, fühlt sich um mehrere Jahrhunderte zurückversetzt.
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Mdina trägt diesen Beinamen zu Recht. Da weniger als 300 Menschen innerhalb der Mauern leben und der Autoverkehr dort stark eingeschränkt ist, sind an einem Vormittag unter der Woche oft vor allem die eigenen Schritte auf dem Steinpflaster zu hören. Am späten Nachmittag, wenn die meisten Reisegruppen abgereist sind, können ganze Gassen beinahe menschenleer sein.

Das prächtige Barocktor, durch das Sie heute gehen, wurde im 18. Jahrhundert erbaut und liegt nur wenige Meter vom ursprünglichen mittelalterlichen Eingang entfernt. In früheren Jahrhunderten führte eine Abfolge von drei durch Höfe getrennten Toren in die Stadt. An den Mauern und Bastionen, die Mdina umschließen, lässt sich der Charakter des Ortes besonders gut ablesen: eine weithin sichtbare, auf Verteidigung ausgerichtete Festungsstadt.

Die Kathedrale im Herzen Mdinas steht der Überlieferung nach an der Stelle, an der der römische Statthalter Publius dem heiligen Paulus begegnete. Nachdem das Erdbeben von 1693 den Vorgängerbau schwer beschädigt hatte, wurde die Kathedrale vom späten 17. bis ins frühe 18. Jahrhundert neu errichtet. Ihr Boden ist mit eingelassenen Grabplatten und Gedenktafeln aus Marmor gepflastert, die an Bischöfe, Domherren und Angehörige von Mdinas Adelsfamilien erinnern.

Palazzo Falson zählt zu den ältesten erhaltenen Häusern Mdinas. Seine Ursprünge reichen ins 13. Jahrhundert zurück; später kamen weitere mittelalterliche Bauteile hinzu. Heute beherbergt das historische Wohnhaus ein Museum. In 17 Räumen sind Rüstungen, Gemälde, Silberarbeiten, Möbel, Bücher und Kuriositäten aus der Sammlung von Kapitän Olof Gollcher zu sehen.

Fans der Serie werden hier mehr wiedererkennen, als sie vielleicht erwarten. Mdinas Stadttor und mittelalterliche Gassen, darunter der Mesquita-Platz, dienten in der ersten Staffel von Game of Thrones als Kulisse für Königsmund. Die Drehorte lassen sich leicht zu Fuß finden, und das weitgehend unveränderte Mauerwerk der Stadt macht verständlich, warum die Produktion diesen Ort auswählte.

Mdina gab auch Mdina Glass seinen Namen. Das Unternehmen wurde 1968 als erster Hersteller handgefertigter Glaswaren auf den maltesischen Inseln gegründet. In Mdina gibt es ein Ladengeschäft; in der Hauptwerkstatt im nahe gelegenen Ta' Qali lässt sich den Glasmachern bei der Arbeit zusehen.

Von Mdinas Bastionen reicht der Blick über die Insel. In den Terrassencafés nahe der Mauern lässt sich die Aussicht bei einem Kaffee genießen. Zum Sonnenuntergang kann es voll werden; wer einen Tisch möchte, kommt besser etwas früher.

Rabat liegt direkt außerhalb von Mdinas Mauern. Hier begegnen Ihnen ältere, tiefer liegende Schichten der Geschichte. Die Domvs Romana bewahrt die Überreste eines aristokratischen römischen Stadthauses aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, das bis ins 2. Jahrhundert nach Christus genutzt wurde. In der Nähe erstrecken sich die St.-Paulus-Katakomben über mehr als 2.000 Quadratmeter unter der Erde. Sie spiegeln Bestattungstraditionen aus punischer, römischer, frühchristlicher und byzantinischer Zeit wider. Auch das Wignacourt Museum lässt sich mit einem Besuch in Rabat verbinden.

Von Valletta aus erreichen Sie Mdina je nach Verbindung und Verkehr in etwa 30 bis 60 Minuten mit dem Bus. Wer mit dem Auto kommt, parkt außerhalb der Stadtmauern. Stand Mitte 2026 kostet der Eintritt für Erwachsene in die Domvs Romana, die St.-Paulus-Katakomben und The Mdina Experience jeweils rund 6 Euro. Preise und Öffnungszeiten können sich saisonal ändern; prüfen Sie deshalb vor dem Besuch die offiziellen Websites. Der späte Nachmittag eignet sich besonders gut, wenn die meisten Ausflügler bereits abgereist sind.
Wer Mdina auch am Abend erleben möchte, kann eine Übernachtung in der Nähe in Betracht ziehen. Bei Travelmyth finden Sie Unterkünfte in und um Mdina, die Sie nach Ihren Vorlieben filtern können – von historischen Gebäuden bis zu kleinen, ruhigen Unterkünften. Weitere Anregungen für die Insel finden Sie in unserem Reiseführer für Malta.