
Wer eine Reise nach Tokio plant, kennt das Gefühl, von Empfehlungen förmlich überrollt zu werden. Jeder Freund, jede Bewertung, jeder Online-Beitrag preist die eigenen Lieblingsorte an. Eben noch notiert man sich jahrhundertealte Schreine hinter Torii aus Zedernholz, schon im nächsten Moment landet eine Rooftop-Bar mit Blick auf das Lichtermeer von Shibuya auf der Liste. Genau diese Spannbreite macht den Reiz der Hauptstadt aus: zeitlose Rituale, eine futuristische Skyline und Ramen-Lokale an jeder Ecke, die einen bei tagelangen Streifzügen bis spät in die Nacht versorgen.
Damit die Auswahl leichter fällt, haben wir uns auf zehn Erlebnisse beschränkt. Verstehen Sie diese als Anregung, nicht als ein Programm, das Punkt für Punkt abgearbeitet werden muss. Sie können die Vorschläge nach Belieben an Ihr eigenes Tempo anpassen. Tokio belohnt alle, die sich treiben lassen – sei es, um dem Duft von Yakitori-Spießen in einer Seitengasse zu folgen oder in einem zufällig entdeckten Garten zur Ruhe zu kommen.

Fahren Sie mit den gläsernen „Transition Pod“-Aufzügen hinauf zum Sky Gate. Von dort gelangen Sie durch die überdachte Sky Gallery auf die Sky Stage, die Dachterrasse des Shibuya Scramble Square in 229 Metern Höhe. Entspannen Sie in den Cloud Hammocks am Rande des Hubschrauberlandeplatzes und entdecken Sie mit dem Geo Compass bekannte Orte wie den Yoyogi-Park und bei klarer Sicht sogar den Fuji.
Die Aussichtsplattform ist täglich von 10:00 bis 22:30 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 21:20 Uhr. Bei Unwetter bleibt sie geschlossen. Wer den Sonnenuntergang und das nächtliche Lichtermeer erleben möchte, sollte 1 bis 1,5 Stunden vor Sonnenuntergang da sein. Der Ticketverkauf beginnt 14 Tage im Voraus. Da die Plätze zur Zeit des Sonnenuntergangs schnell vergriffen sind, sollten Sie Ihre Tickets mit Zeitfenster so früh wie möglich online buchen.

Der im Jahr 645 fertiggestellte Sensō‑ji ist Tokios ältester buddhistischer Tempel. Man betritt ihn durch das zinnoberrote Kaminarimon-Tor und die Einkaufsstraße Nakamise‑dōri, in der die Luft von Weihrauch erfüllt ist. Die Haupthalle ist von etwa 06:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (im Winter ab 06:30 Uhr), während das Tempelgelände rund um die Uhr zugänglich bleibt. Bis etwa 23:00 Uhr werden Pagode und Hallen stimmungsvoll beleuchtet, was besonders für Nachtaufnahmen reizvoll ist. Hier können Sie es den Pilgern gleichtun, sich mit Weihrauch Glück zufächeln, ein Omikuji-Glückslos ziehen oder als Andenken eine Goshuin-Kalligrafie erwerben.

Nur zehn Gehminuten vom quirligen Popkulturviertel Harajuku entfernt liegt dieser 1920 errichtete Shintō-Schrein inmitten eines eigens angelegten Waldes aus 100.000 gespendeten Bäumen. Die 70 Hektar große Anlage ist ganzjährig von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet und der Eintritt ist frei. Besucher können ihre Wünsche auf hölzerne Ema-Tafeln schreiben, an Wochenenden Shintō-Hochzeiten beiwohnen oder die kaiserlichen Schätze im benachbarten Meiji-Jingu-Museum besichtigen.

Das weltberühmte „Museum ohne Karte“ in den Azabudai Hills hat am 9. Februar 2024 wiedereröffnet. Seine sich ständig verändernde digitale Kunstwelt wurde um neue Räume wie Bubble Universe und Megalith Crystal Formation erweitert. Der Einlass erfolgt über Zeitfenster-Tickets, die mehrere Wochen im Voraus angeboten werden und schnell vergriffen sind. Sie gelten für ein 30-minütiges Zeitfenster zwischen 10:00 und 21:00 Uhr (letzter Einlass ist gegen 20:00 Uhr). Drinnen gibt es verspiegelte Böden, LED-Wasserfälle und Kunstwerke, die den Besuchern von Raum zu Raum folgen – wegen der Spiegelungen ist daher auf passende Kleidung zu achten.

Die Besuchergalerie des neuen Großmarktes öffnet um 05:00 Uhr. Um sich einen guten Platz am Fenster zu sichern, sollte man dann schon vor Ort sein, denn gegen 05:45 Uhr beginnt die Thunfisch-Auktion. Wer sich einen Monat im Voraus für die Verlosung anmeldet, kann mit etwas Glück einen Platz auf der unteren, glasfreien Aussichtsebene ergattern – nur wenige Meter von den Händlern in Gummistiefeln entfernt. Im Anschluss an die Auktion bietet sich Block 6 für ein Sushi-Frühstück an, denn viele der dortigen Restaurants verarbeiten den Fisch nur wenige Minuten nach dem Kauf.

Obwohl der eigentliche Großmarkt umgezogen ist, wird in den verwinkelten Gassen von Tsukiji an über 300 Ständen weiterhin gehandelt: Hier werden von etwa 05:00 bis 14:00 Uhr Jakobsmuscheln gegrillt, fetter Toro flambiert und Messer verkauft. Am besten kommen Sie gegen 08:30 Uhr, um den großen Touristenbussen auszuweichen. Ein Tamagoyaki am Spieß oder Austern mit Sake in einer der Stehbars sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Dieses winzige Viertel in Kabukichō aus der Nachkriegszeit besteht aus sechs lampiongeschmückten Gassen, in denen sich mehr als 200 winzige, budenartige Bars drängen. In vielen finden am Tresen gerade einmal vier bis sechs Personen Platz, während andere sich bis in die engen Räume im ersten Stock erstrecken. Das Themenspektrum reicht von Punk-Kneipen mit Vinyl bis hin zu Lounges, die Kultfilme aus vergangenen Zeiten zeigen. Fast jede Bar verlangt ein Gedeck von 500 bis 1.000 ¥ (manche erheben aber auch ausdrücklich keines). Wer mit einer höflichen japanischen Begrüßung wie ‚Ojamashimasu‘ (sinngemäß: ‚Entschuldigen Sie die Störung‘) eintritt, wird oft herzlich empfangen.

Das große Feuerwerk am Sumida-Fluss in Tokio findet am letzten Samstag im Juli statt. Von 19:00 bis 20:30 Uhr werden von zwei Lastkähnen zwischen der Sakura- und der Kototoi-Brücke rund 20.000 Feuerwerkskörper gezündet. Der Eintritt ist frei, die Zuschauerplätze am Ufer sind aber schon am frühen Nachmittag belegt, man sollte also rechtzeitig kommen. Von Brücken wie der Sakurabashi oder der Kototoibashi hat man eine weite, freie Sicht, die nicht von Gebäuden versperrt wird. Am besten bringt man eine Plane und etwas Proviant mit, um sich einen Platz zu sichern.

Diese schmale Gasse für Fußgänger (etwa 350 bis 400 Meter lang) verläuft vom Takeshita-Ausgang des Bahnhofs Harajuku bis zur Meiji-Straße. Hier konzentriert sich die junge Modeszene Tokios mit kunterbunten Crêpe-Ständen – darunter der Kult-Stand Marion Crepes –, Purikura-Fotoautomaten und Läden, deren Sortiment von pastellfarbenen Lolita-Kleidern über Punk-Nieten bis zu Mode im Visual-Kei-Stil reicht. An Wochenenden wird die Straße zum Laufsteg für Cosplayer, Fans im J-Pop-Outfit und Streetstyle-Fotografen. In den Seitenstraßen finden sich Vintage-Läden und Geschäfte für seltene Sneaker wie Panama Boy und Chicago.

Mit seinen 634 m ist der Tokyo Skytree der höchste Turm der Welt. Kombitickets bringen Sie zunächst auf das Tembo Deck in 350 m Höhe. Dort erwartet Sie ein 360°-Rundumblick und ein Glasboden, der einen Blick direkt in die Tiefe freigibt. Danach bringt Sie ein röhrenförmiger Aufzug zur Tembo Galleria auf rund 450 m. In diesem verglasten, spiralförmigen Gang breitet sich das Lichtermeer Tokios unter Ihren Füßen aus. An klaren Wintermorgen kann man sogar den Fuji sehen. Wenn Sie Ihre Tickets bis zu 30 Tage im Voraus online kaufen, sparen Sie 300–400 ¥ und umgehen meist die Warteschlange am Schalter – so wird der Besuch unkomplizierter und entspannter.

HOSHINOYA Tokyo — Otemachi
Dieses 17-stöckige Ryokan mitten in der Stadt ist eine Neuinterpretation der traditionellen Unterkunft: Jede Etage ist wie ein eigenes kleines Ryokan gestaltet, mit einer Tatami-Lounge, in der Matcha und Snacks angeboten werden. Auf dem Dach befindet sich ein Onsen, dessen mineralreiches Wasser aus 1.500 Metern Tiefe gefördert wird. Er verfügt über ein Innenbecken und ein Freiluftbad unter freiem Himmel. Das Hotel liegt nur wenige Schritte von der Station Otemachi, in der Nähe des Kaiserpalastes und nur 10 Gehminuten vom Bahnhof Tokio entfernt. Ideal, um vor der Weiterreise mit dem Shinkansen in der nach Zedernholz duftenden Atmosphäre zu entspannen.
BELLUSTAR TOKYO, A Pan Pacific Hotel — Shinjuku
Das Bellustar erstreckt sich über die 39. bis 47. Etage des 225 Meter hohen Tokyu Kabukichō Tower und ist nicht nur ein Wolkenkratzer-Hotel in Tokio, sondern vielmehr eine Art luxuriöses Observatorium: Sieben Meter breite Fenster geben den Blick auf die Leuchtreklamen von Shinjuku und an klaren Tagen auf den Fuji frei. Die Suiten sind ab 41 m² groß, ein Spa hoch über der Stadt hilft gegen den Jetlag und zwei Restaurants haben Ambitionen auf einen Michelin-Stern. Ideal für Reisende, die das nächtliche Treiben von Shinjuku erleben, im Hotel aber ihre Ruhe haben möchten.
MIMARU Tokyo Hatchobori — Hatchobori
Mit der Familie oder mit Freunden unterwegs? Die rund 40 Quadratmeter großen Suiten im Apartmentstil bieten mit Kochnische, Esstisch und Etagenbetten viel Platz, der im Zentrum Tokios rar ist. Ab Juli 2025 gibt es zudem ein Pokémon-Zimmer, in dem sich auf 38 m² 100 Taschenmonster verstecken (darunter ein lebensgroßes Relaxo) – eine Freude für Kinder, ohne dass Erwachsene auf Komfort verzichten müssen. Von der zwei Gehminuten entfernten Station Hatchobori (Hibiya-Linie/JR Keiyō-Linie) sind es mit dem Zug nur zwei Minuten zum Bahnhof Tokio und knapp 20 Minuten zu den Disney-Parks.

Tokio überrascht auch dann noch, wenn man die zehn bekanntesten Sehenswürdigkeiten längst gesehen hat. Ein kleiner Ramen-Stand, der auf keiner Karte steht. Eine spontane Kunstausstellung in einem alten Badehaus. Ein mitternächtlicher Jazz-Auftritt in einer winzigen Bar. Lassen Sie sich von den Gegensätzen der Stadt ruhig einmal treiben – die besten Erinnerungen sammelt man oft abseits der geplanten Route.
Wenn Sie eine passende Unterkunft suchen, stöbern Sie durch unsere 60 Kategorien: von Wellnesshotels und Hotels in Wolkenkratzern bis hin zu hundefreundlichen Unterkünften und Businesshotels. So finden Sie genau den Aufenthalt in Tokio, der zu Ihrer Art zu reisen passt.
Folgen Sie uns auch in den sozialen Netzwerken!
Facebook | Instagram | X | TikTok | LinkedIn | Pinterest
Hotels
Kategorien
Regionen
Städte